Wilde Wasser im Nationalpark Hohe Tauern
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Wilde Wasser im Nationalpark Hohe Tauern

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Im Nationalpark Hohe Tauern beginnt fast jede Landschaftsform mit Wasser. Aus der Pasterze, Österreichs größtem Gletscher, tritt die Möll hervor; weiter unten formt sie Klammen, Wasserfälle und Auen. Wer im Kärntner Teil des Nationalparks unterwegs ist, wandert deshalb selten weit, ohne an einem Bach, einer Quelle oder einem Wasserfall vorbeizukommen – und genau das ist der Reiz.

Warum sind die Hohen Tauern so wasserreich?

Weil hier die Gletscher liegen. Der Nationalpark ist das größte Schutzgebiet der Alpen und umfasst die vergletscherten Kerne der Glockner-, Venediger- und Goldberggruppe. Was im Sommer an den Eisrändern schmilzt, sammelt sich in den Tälern – Möll, Isel, Salzach und Krimmler Ache haben denselben Ursprung. Die Wasserführung folgt deshalb nicht dem Regen, sondern der Temperatur: Die stärksten Bäche sieht man an heißen Tagen im Hochsommer, nicht nach einem Gewitter.

Welche Wasserziele lohnen sich?

  • Die Pasterze unterhalb des Großglockners – der Gletscher selbst, mit dem Gletscherweg vom Ende der Großglockner-Hochalpenstraße
  • Möll- und Drautal – die Talstrecken mit Klammen, Wasserfällen und Auwäldern, gut für Halbtagesrunden
  • Die Krimmler Wasserfälle auf der Salzburger Seite – mit 380 Metern Fallhöhe das bekannteste Wasserziel des Nationalparks
  • Das Habachtal – Bachbegleitung über die gesamte Länge des Tals

Was bringt Wandern am Wasser?

Mehr als nur die Aussicht. An großen Wasserfällen ist die Luft messbar anders: Die zerstäubte Gischt lädt sie elektrisch auf und trägt feinste Wassertröpfchen, die tiefer in die Atemwege gelangen als üblicher Sprühnebel. An den Krimmler Wasserfällen wird dieser Effekt seit 2006 wissenschaftlich untersucht – nachzulesen in unserem Beitrag zu den Krimmler Wasserfällen. Für einen Wandertag heißt das schlicht: Eine Pause am Wasser erholt mehr als eine Pause auf der Wiese.

Was ist beim Wandern am Gletscherbach zu beachten?

Gletscherbäche schwellen im Tagesverlauf an – morgens führen sie am wenigsten Wasser, am späten Nachmittag am meisten. Furten, die um zehn Uhr harmlos aussehen, können um siebzehn Uhr nicht mehr passierbar sein. Wer eine Tour mit Bachquerungen plant, geht sie deshalb früh. Dazu kommt: Die Steine im Spritzbereich sind dauerhaft nass und algenbewachsen, also rutschig.

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Mehr zum Schutzgebiet steht im Beitrag Hohe Tauern Nationalpark, alle Touren geografisch sortiert auf der Wanderkarte Österreich.

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