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Skitouren in Österreich

Aufstiegsrouten abseits der Piste – von der genussvollen Frühjahrstour bis zum fordernden Gipfelanstieg, mit Höhenprofil, GPX und passender Ausrüstung.

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Skitouren-Ratgeber: Einstieg, Ausrüstung, Lawinenkunde

Skitouren sind die ursprünglichste Art, den Winter zu erleben: aufsteigen aus eigener Kraft, oben stehen, wo es still ist, und die Abfahrt im unverspurten Hang als Belohnung nehmen. Österreich bietet dafür vom sanften Almrücken bis zum ausgesetzten Firngrat jede Spielart – und genau deshalb lohnt es sich, die eigene Tour ehrlich auszuwählen.

Für wen sich der Einstieg eignet

Wer sicher im Gelände Ski fährt und eine Wanderung mit 700 Höhenmetern ohne Not schafft, hat die körperlichen Voraussetzungen. Alles andere ist Technik und Wissen – beides lernt man am besten in einem Kurs bei Alpenverein oder Bergführer, nicht aus einem Video. Für die erste Saison gilt: kurze Touren in bekanntem Gelände, bei sicherer Lawinenlage, in Begleitung von jemandem mit Erfahrung.

Ausrüstung, die nicht verhandelbar ist

LVS-Gerät, Sonde und Schaufel gehören zusammen und werden gemeinsam getragen – ein einzelnes Teil davon nützt niemandem. Dazu kommen Tourenski mit Fellen, Tourenbindung, Harscheisen für harte Frühjahrsverhältnisse und ein Rucksack, in dem Erste-Hilfe-Set, Biwaksack, Stirnlampe und warme Reserve Platz haben. Wichtiger als die Ausrüstung ist allerdings, sie zu beherrschen: Eine LVS-Suche will vor der Saison geübt sein, nicht im Ernstfall zum ersten Mal probiert.

Lawinenlagebericht lesen, bevor der Rucksack gepackt wird

Jedes Bundesland veröffentlicht täglich einen Lawinenlagebericht mit Gefahrenstufe von 1 bis 5, den Gefahrenmustern und den kritischen Expositionen und Höhenlagen. Stufe 3 – „erheblich“ – klingt harmlos in der Mitte der Skala, ist aber die Stufe, bei der die meisten tödlichen Unfälle passieren. Wer den Bericht nicht liest oder ihn liest, ohne die Konsequenz für die geplante Route zu ziehen, hat die Tour nicht geplant, sondern gehofft.

Beste Zeit und Verhältnisse

Die Saison reicht je nach Höhenlage von Dezember bis in den Mai. Der Hochwinter bietet den besten Pulverschnee, verlangt aber die genaueste Lawinenbeurteilung. Das Frühjahr ab März bringt mit dem Firn die berechenbareren Verhältnisse – dafür zählt dann die Uhrzeit: Wer zu spät absteigt, findet Sulz und nasse Schneerutsche statt tragender Auflage.

Rücksicht im Winterlebensraum

Rehe, Gams- und Auerwild überleben den Winter mit auf Sparflamme gedrosseltem Stoffwechsel. Jede Flucht kostet Reserven, die nicht nachwachsen. Wildruhezonen und markierte Schutzgebiete werden deshalb umgangen, Aufstiegsrouten in Waldbereichen bleiben auf den üblichen Spuren, und in der Dämmerung wird nicht mehr durch Einstandsgebiete gequert. Wer auf Pisten aufsteigt, hält sich an die Regeln des Skigebiets und geht einzeln am Rand.

Im Notfall: Bergrettung 140, europaweiter Notruf 112.