Osttirol ist der Landesteil, den man nur über einen Pass oder durch Italien erreicht – und genau das prägt ihn. Zwischen Großglockner (3.798 m) und Großvenediger (3.666 m) liegen rund 2.500 Kilometer markierte Wanderwege, dazu Täler, in denen man auch im August noch allein geht. Wer die Ruhe sucht, die in bekannteren Tiroler Regionen abhanden gekommen ist, findet sie hier.
Was macht Osttirol als Wanderregion besonders?
Die Bandbreite auf kleinem Raum. Im Norden die vergletscherten Gipfel der Venediger- und Glocknergruppe, im Süden die schroffen Lienzer Dolomiten, dazwischen die breiten Talböden von Iseltal, Defereggental und Virgental. Man kann hier eine Woche lang jeden Tag in einem anderen Landschaftstyp gehen, ohne mehr als eine halbe Stunde zu fahren.
Dazu kommt die Höhe: Die Täler liegen bereits über 1.000 Meter, die Almen entsprechend hoch. Das verschiebt die Saison nach hinten – dafür ist es im Hochsommer angenehm kühl.
Was hat es mit der Isel auf sich?
Die Isel gilt als letzter weitgehend ungezähmter Gletscherfluss der Ostalpen – ein Flusslauf ohne durchgehende Verbauung, mit Umlagerungsstrecken, Schotterbänken und einer Dynamik, die anderswo längst reguliert wurde. Für Wissenschaftler ist sie ein Referenzgewässer, für Wanderer ein Weg, der sich über die gesamte Tallänge begleiten lässt. Der Iseltalradweg folgt ihr ebenso wie der Drauradweg dem Nachbarfluss.
Was geht im Winter?
Osttirol hat sich früh auf sanften Wintertourismus gesetzt. Kartitsch im Tiroler Gailtal ist seit 2018 Österreichs erstes zertifiziertes Winterwanderdorf – neun geräumte Wege ohne Lift und ohne Skiticket. Wir haben es hier beschrieben: Winterwandern in Osttirol. Weitere Routen im Bundesland stehen bei den Winterwanderungen in Tirol.
Häufige Fragen zu Osttirol
Wie kommt man nach Osttirol?
Aus Nordtirol über den Felbertauern (mautpflichtig) oder über Italien durch das Pustertal. Mit der Bahn geht es über Spittal-Millstättersee nach Lienz; der Bahnhof Lienz ist der Verkehrsknoten der Region.
Kann man den Großglockner von Osttirol aus besteigen?
Ja, über das Kalser Tal führt einer der klassischen Zustiege. Es bleibt aber eine Hochtour mit Gletscherausrüstung und Führung – kein Wanderziel. Unser Bericht vom Normalweg beschreibt, was dazugehört.
Wann ist die beste Wanderzeit?
Juli bis Mitte Oktober. Wegen der Höhenlage sind die hochalpinen Routen vor Ende Juni oft noch schneebedeckt; dafür hält der Herbst hier lange und ist die stabilste Zeit des Jahres.
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Alle Touren des Bundeslands auf der Regionsseite Tirol, geografisch sortiert auf der Wanderkarte Österreich.