Der Lech gilt als einer der letzten Wildflüsse Europas – ein Fluss ohne durchgehende Verbauung, mit Schotterbänken, Umlagerungsstrecken und einem Lauf, der sich noch selbst verändert. Im Winter verliert er die Dynamik des Sommers, dafür wird die Landschaft ringsum still. Die Naturparkregion Reutte zwischen Allgäuer und Lechtaler Alpen gehört zu den ursprünglichsten Ecken Tirols, und der Winter ist die Jahreszeit, in der das am deutlichsten wird.
Warum lohnt Winterwandern hier besonders?
Weil die Region nicht auf ein einziges großes Skigebiet ausgerichtet ist. Neben Pisten und Loipen gibt es ein ausgebautes Netz geräumter Winterwanderwege – durch die Lechauen, über die Talterrassen und hinauf zu den Aussichtspunkten. Man geht ohne Ausrüstung, ohne Ticket und ohne Können; nötig sind rutschfeste Schuhe und Zeit.
Für die Einkehr stehen rund 18 Almen und Hütten, die auch im Winter geöffnet haben. Das ist der Unterschied zwischen einer Runde und einem Tag: Man kann die Strecke so legen, dass in der Mitte etwas Warmes wartet.
Was macht den Lech als Wildfluss aus?
Er darf sein Bett verlagern. Wo andere Alpenflüsse in ein festes Gerinne gezwungen wurden, entstehen am Lech noch immer neue Schotterbänke, während alte verschwinden – ein Lebensraum, der in Mitteleuropa fast vollständig verloren gegangen ist. Sichtbar wird das im Winter besonders gut, weil die Vegetation zurücktritt und die Struktur des Flussbetts freiliegt.
Was ist zu beachten?
Auwälder und Schotterflächen sind im Winter Rückzugsraum für Wildtiere. Auf den Wegen bleiben ist hier kein Formalismus, sondern der Grund, warum es überhaupt noch etwas zu sehen gibt. Wer abseits geht, liest vorher den Lawinenlagebericht Tirol – die Grundlagen stehen in unserer Lawinenkunde für Winterwanderer.
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Weitere Routen bei den Winterwanderungen in Tirol, alle Touren des Bundeslands auf der Regionsseite Tirol.